Aussehen des Shikokus
Ein Auszug des von der FCI (Federation Cynologique Internationale) herausgegebenen Standards des Shikokus besagt folgendes:
- Größe zwischen 49cm (Hündin) und 52cm (Rüde) +/- 3cm
- Gewicht zwischen 15kg - 25kg (in Abhängigkeit vom Geschlecht)
- ebenmäßiger Körperbau mit guter und gezeichneter Muskulatur
- hoch angesetzte, aufgerollte bzw. sichelförmige Rute
- aufrecht getragene, dreieckige, leicht nach vorn geneigte Ohren
- nahezu dreieckige braune Augen, äußerer Winkel leicht angehoben
- Deckhaar härter, Unterwolle dicht und weich
- Farbe in rot, sesam und black & tan
Die FCI übernimmt die im Ursprungsland Japan von der NIPPO festgelegten Rassestandards. Diese orientieren sich stark an der ursprünglichen Jagdleistung des Shikoku. Dadurch erklärt sich auch die Beschreibung im Standard, in der der Shikoku als „ebenmäßig proportionierter Hund mit gut entwickelter, klar definierter Muskulatur“ bezeichnet wird. Seine Herkunft aus steilen und anspruchsvollen Gebirgsregionen erforderte einen kräftigen Muskelapparat sowie einen stabilen Knochenbau, ohne dabei an Wendigkeit einzubüßen. Ein ausgewogener Körperbau war entscheidend, um sich sicher und effizient im Gelände bewegen zu können. Insgesamt wirkt der Shikoku wachsam, selbstbewusst und von einer natürlichen, fast majestätischen Ausstrahlung.
Außerhalb Japans wird relativ häufig die Verpaarung von schwarz-sesamfarbenen Hunden vorgenommen. In Japan dient diese Art der Verpaarung eher dem Erhalt oder der Auffrischung bestimmter Blutlinien. Ein japanischer Züchter berichtete mir, dass bekannt sei, dass die Verpaarung zweier schwarz-sesamfarbener Hunde negative Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild haben kann. Dies muss selbstverständlich nicht immer der Fall sein, dennoch beobachte ich seitdem solche Verpaarungen sehr genau. Tatsächlich lässt sich dabei häufig ein insgesamt zu dunkles Schwarz-Sesam feststellen. Auch Casper ist ein Beispiel dafür, da in seinem Stammbaum mehrfach schwarz-sesamfarbene Hunde miteinander verpaart wurden. Grundsätzlich sehe ich darin jedoch nichts Negatives – insbesondere in Europa wäre es falsch, wertvolle Blutlinien allein aufgrund der Fellfarbe zu vermeiden.
Wer sich mit japanischen Hunderassen beschäftigt, begegnet früher oder später dem Begriff Urajiro. Er bedeutet sinngemäß „weiß auf der Unterseite“ und erfüllt einen praktischen Zweck: Die hellen Bereiche schützen den Hund vor UV-Strahlung, da die sonnenabgewandten Partien weiß gefärbt sind. Die für den Shikoku typischen weißen Abzeichen werden offiziell als Roppaku Nihoshi bezeichnet, wobei Urajiro ein Bestandteil davon ist. Roppaku bedeutet „sechs Weiße“, Nihoshi „zwei Sterne“. Da der Begriff Nihoshi eher ungebräuchlich ist, wird in Japan häufig der Begriff Yotsume verwendet.
Roppaku setzt sich zusammen aus:
- weiß von der Wange bis zum Kinn
- weiße Brust
- weiß vom Bauch bis zur Innenseite der Oberschenkel
- weiße Pfotenspitze
- weiß an der Unterseite des Schwanzes
- weiße Schwanzspitze
Nihoshi bzw. Yotsume:
7. weiße Augenbrauen bzw. rote oder weiße Augenbrauen bei black and tan
Im Rahmen dieser Bezeichnung umfasst das Urajiro das Weiß von den Wangen bis zum Kinn, die weiße Brust, das Weiß vom Bauch bis zur Innenseite der Oberschenkel sowie das Weiß an der Unterseite der Rute (1, 2, 3 5). Weiße Pfotenspitzen, eine weiße Rutenspitze und weiße Augenbrauen (4, 6, 7) gehören zwar ebenfalls zu den möglichen Abzeichen, sind jedoch – außer beim Shikoku – bei japanischen Rassen selten und werden daher weniger stark gewichtet als das klassische Urajiro.
Idealerweise sollte das Weiß an der Brust nicht zu breit sein und klar von den weißen Wangen- und Kinnpartien getrennt verlaufen. In der heutigen Zucht finden sich jedoch zunehmend Shikokus, bei denen diese Abgrenzung weniger deutlich ist, was inzwischen als akzeptabel gilt.
Gelegentlich liest man, dass die Rutenspitze beim Shikoku zwingend schwarz sein müsse. Dies ist jedoch nicht korrekt. Historisch gesehen trugen viele Shikokus etwas Weiß in der Rutenspitze, ebenso wie weiße Augenzeichnungen und Pfotenspitzen. Heute fällt ein Shikoku mit weißer Rutenspitze deutlich auf und wird nicht selten fälschlicherweise als fehlerhaft wahrgenommen. Tatsächlich könnte man eher sagen, dass eine schwarze Rutenspitze beim modernen Shikoku akzeptiert – oder geduldet – wird, während Weiß ursprünglich durchaus verbreitet war.
Weiße Pfotenspitzen werden Shirotabi („weiße Socken“) genannt und sollten unterhalb des Ellbogengelenks beginnen. Auf japanischen Ausstellungen sind Hunde besonders beliebt, bei denen sich das Shirotabi sogar unterhalb des Fußwurzelgelenks zeigt. Als besonders hochwertig gilt dabei ein sanfter Übergang von der Grundfarbe zu Weiß, der als Boke bezeichnet wird und auf Ausstellungen dem klar abgegrenzten Shirotabi bevorzugt wird.
Bei den japanischen Rassen unterscheidet man grundsätzlich zwei Rutentypen: die aufgerollte Rute (Maki-o) und die sichelförmige Rute (Sashi-o). Eine korrekt getragene Maki-o ist fest eingerollt, sodass die Rutenspitze unterhalb der Rückenlinie den Körper berührt.
Die Sashi-o hingegen wird sichelförmig getragen und berührt die Rückenlinie kaum oder gar nicht, wie man es beispielsweise vom Kai Ken kennt. Früher gab es deutlich mehr Shikokus mit Sichelschwanz, heute ist diese Rutenform nur noch selten zu sehen. Die überwiegende Mehrheit der Shikokus trägt inzwischen eine aufgerollte Rute, wobei ein idealer Maki-o einen nahezu geschlossenen Kreis bildet, durch den gerade eine kleine Faust passt.


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